Impfkalender
Von Geburt bis zu Beginn des 13. Lebensmonates werden folgende Impfungen empfohlen:
Diphtherie, Wundstarrkrampf (Tetanus), Keuchhusten (Pertussis), Haemophilus Influenza Typ b (Hib), Kinderlähmung (Poliomyelitis), Hepatitis B, Meningokokken C, Pneumokokken
Ab dem 6. Lebensjahr werden folgende Impfungen empfohlen:
Auffrischung Diphtherie, Keuchhusten, Mumps (Ziegenpeter), Röteln
Im 10. Lebensjahr wird folgende Impfung empfohlen:
Windpocken (Varizellen)
Ab dem 11. Lebensjahr werden Auffrischungsimpfungen empfohlen:
Auffrischungsimpfung alle 10 Jahre
Diphtherie, Wundstarrkrampf (Tetanus), Kinderlähmung (Poliomyelitis)
Krankheiten im Überblick
Diphtherie
Die Erkrankung entsteht durch Diphtherie–Erreger, die sich auf den Schleimhäuten und der Haut festsetzen und Gifte bilden. Diese führen zu Entzündungen und zum Absterben von Gewebe mit der Folge von Erstickungsanfällen und der Gefahr für schwere Herzmuskel-, Nieren-, oder Nervenschäden. Besonders gefährlich ist die Krankheit durch die kurze Inkubationszeit von 2 bis 5 Tagen. Träger der Diphtherie – Erreger müssen selbst nicht krank sein, können aber ungeschützte Kinder anstecken. Die Impfung erfolgt mit einem Dreifach–Impfstoff (DPT) gegen Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten) und Tetanus (Wundstarrkrampf).
Pertussis (Keuchhusten)
Die Erkrankung wird durch Erreger ausgelöst, die z. B. beim Anhusten (Tröpfcheninfektion) übertragen werden. Etwa 7 bis 14 Tage nach der Ansteckung treten die Krankheitssymptome auf. Die Erreger besiedeln und zerstören die Schleimhäute der Atemwege; das kann zunehmend heftiger werdende Hustenanfälle und Luftnot (Stickhusten) auslösen. Babys sind vor allem durch Atemstillstände und Lungenentzündungen bedroht. Die Impfungen erfolgt als DPT –Kombinationsimpfung (siehe Impfung Diphtherie) oder als Einzelimpfung.
Tetanus (Wundstarrkrampf)
Die Erreger des Wundstarrkrampfes kommen überall vor, besonders in Schmutz, Straßenstaub oder auch der Blumenerde. Eine Gefahr für Kinder bedeuten sie dann, wenn sie über Wunden oder Verletzungen in den Körper eindringen. Die ersten Krankheitszeichen treten nach 3 bis 15 Tagen auf. Die Krankheit kann zu schweren Muskelkrämpfen (Wundstarrkrampf) führen. Voraus gehen Schluck – und Trinkstörungen. Sind die Nervenzellen betroffen, gibt es kaum noch Behandlungsmöglichkeiten.
Die Impfung erfolgt als DPT–Kombinationsimpfung (siehe Impfung Diphtherie), DT–Impfung oder als Einzelimpfung.
Kinderlähmung (Poliomyelitis)
Die Übertragung der Kinderlähmung geschieht durch Schmutz und Bakterieninfektion. Die Erkrankung tritt nach 5 bis 35 Tagen ein und beginnt mit grippeähnlichen Beschwerden. Die Zerstörung von Nervenzellen kann Lähmungen auslösen. Dagegen gibt es keine spezifisch wirksamen Medikamente.
Hib – Erkrankung (Haemophilus Influenza Typ b)
Die Erkrankung wird durch Hib–Bakterien hervorgerufen und tritt bereits 3 bis 5 Tage nach der Infektion auf. Vor allem für Babys und Kleinkinder ist diese Erkrankung sehr gefährlich. Es können eine eitrige Hirnhautentzündung „Meningitis“ (mögliche geistige und körperliche Behinderung) oder eine Kehlkopfentzündung „Epiglottitis“ (hohes Fieber, Schluckbeschwerden, Speichelfluss und schnell zunehmende Atemnot) auftreten. Kehlkopf – und Hirnhautentzündungen können immer noch tödlich verlaufen.
Hepatitis B
Die Erkrankung wird durch Blut und seine Bestandteile übertragen. 2 bis 6 Monate nach der Infektion treten Appetitlosigkeit, Übelkeit, Muskel- und Gliederschmerzen auf. Dann kommt es zu den Zeichen der Leberentzündung: Gelbfärbung der Haut, Schleimhäute und Augen, der Stuhl wird hell und der Urin dunkel. Im Kindesalter verläuft die Infektion oft ohne Krankheitszeichen. Oft bleibt aber das Virus im Körper und die Betroffenen werden chronische Virusträger.
Masern
Die Erkrankung ist sehr ansteckend. Sie beginnt meist 10 Tage nach der Infektion mit hohem Fieber, Augenbindehautentzündung, Schnupfen und Husten. Kurz darauf tritt, meist hinter den Ohren, ein Hautausschlag auf, der sich über den ganzen Körper ausbreitet. Die Erkrankung schwächt die Abwehrkräfte, wodurch sehr häufig Mittelohr – und Lungenentzündungen folgen können. Die Impfung erfolgt mit dem Kombinationsstoff Masern/Mumps/ Röteln.
Mumps (Ziegenpeter)
Nach Tröpfcheninfektion mit dem Erreger wird die Krankheit nach 17 bis 21 Tagen ausgelöst, vorzugsweise werden die Speicheldrüsen befallen. Die Folge sind geschwollenen Gesichtsseiten. Bei etwa 10 % der Erkrankten folgt eine Hirnhautentzündung, die meist gutartig verläuft. Bei älteren Jungen können Hodenentzündungen auftreten.
Röteln
Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion sowie durch Kontakt mit Erkrankten. Die Krankheit tritt dann innerhalb von 14 bis 23 Tagen auf und verläuft meist unerkannt. Anzeichen blasser masernähnlicher Hautausschlag, Schwellungen der Lymphknoten. Hat eine werdende Mutter keine Antikörper gegen Röteln und erkrankt in den ersten vier Schwangerschaftsmonaten daran, ist auch das ungeborene Kind davon betroffen. Die Folgen können Fehlbildungen sein.
Windpocken (Varizellen)
Windpocken sind eine sehr ansteckende Kinderkrankheit. Der Virus wird am häufigsten durch Tröpfchen in der Luft übertragen. Die Entwicklungszeit vom Anstecken bis zum Ausbruch der Krankheit beträgt etwa zwei bis drei Wochen. Der Hautausschlag beginnt als kleine rote Flecken, die sich innerhalb von Stunden zu Bläschen entwickeln.
Der Impfschutz wird bei Kleinkindern mit einer Impfung und bei Jugendlichen mit zwei Impfungen aufgebaut.
Meningokokken
Meningokokken sind weltweit verbreitet und verursachen eitrige Hirnhautentzündungen oder - wenn sich Keime über das Blut verteilen - Blutvergiftungen. Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt oder durch Tröpfcheninfektion. Eine Erkrankung kann in jedem Lebensalter vorkommen, Kinder und Jugendliche sind jedoch stärker gefährdet.
Der Impfstoff gegen Meningokokken vom Typ C bewirkt einen sehr guten, lang anhaltenden Schutz. Für Kinder ab einem Alter von einem Jahr ist nur eine Impfung nötig; Säuglinge (ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat bis zum 12. Lebensmonat) bekommen drei Impfungen.
Pneumokokken
Pneumokokken sind Bakterien, die verschiedene Erkrankungen auslösen können. Dazu gehören Lungenentzündungen oder Mittelohrentzündungen. Kinder mit Vorerkrankungen oder einer Abwehrschwäche sind besonders gefährdet. Ein Impfschutz ist für Kinder ab dem 3. Lebensmonat möglich und wird mit 3 Impfungen aufgebaut. Für Kinder ab dem 2. Lebensjahr genügt eine Impfdosis.